{"id":130746,"date":"2025-11-05T15:28:24","date_gmt":"2025-11-05T14:28:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.maxqda.com\/de\/?post_type=research-guides&#038;p=130746"},"modified":"2026-01-30T11:00:32","modified_gmt":"2026-01-30T10:00:32","slug":"axiales-kodieren","status":"publish","type":"research-guides","link":"https:\/\/www.maxqda.com\/de\/research-guides\/axiales-kodieren","title":{"rendered":"Axiales Kodieren (2025): Eine Schritt-f\u00fcr-Schritt Anleitung mit Beispielen"},"content":{"rendered":"<p align=\"right\">Zuletzt aktualisiert: 29. Oktober 2025<\/p>\r\n<p>Es gibt viele Varianten der Grounded Theory, jede mit unterschiedlichen Kodierverfahren und Terminologien. Beispiele hierf\u00fcr sind \u201eConstructing Grounded Theory\u201c von Charmaz (2006, 2014), \u201eSituational Analysis\u201c von Clarke (2005) und \u201eGrounded Theory\u201c von Glaser (1978, 1998). Dieser Leitfaden konzentriert sich auf die Arbeiten von Anselm L. Strauss und Juliet M. Corbin (Strauss, 1987; Strauss &amp; Corbin, 1990, 1998; Corbin &amp; Strauss, 2015), die drei Kodierschritte beschreiben:<\/p>\r\n<ol>\r\n\t<li>Offenes Kodieren<\/li>\r\n\t<li>Axiales Kodieren (vergleichende Analyse)<\/li>\r\n\t<li>Selektives Kodieren (Integration)<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<p>Dieser Leitfaden konzentriert sich speziell auf das axiale Kodieren, die zweite Phase des Kodierprozesses der Grounded Theory, und verwendet das urspr\u00fcnglich von Strauss (1987) vorgeschlagene Kodierparadigma.<\/p>\r\n<p>Der Leitfaden ist in zwei Teile gegliedert. Teil I behandelt die methodologischen Prinzipien und den theoretischen Rahmen des axialen Kodierens im Kontext der Grounded Theory-Methodologie. Teil II veranschaulicht die praktische Anwendung axialer Kodiertechniken mit MAXQDA.<\/p>\r\n<p>Mit MAXQDA k\u00f6nnen Sie:<\/p>\r\n<ul>\r\n\t<li>Systematisch Beziehungen zwischen Ihren Kategorien herstellen<\/li>\r\n\t<li>\u201eVisual Tools\u201c nutzen, um Ihre Grounded Theory grafisch zu entwickeln<\/li>\r\n\t<li>Memos in jeder Phase des Interpretationsprozesses schreiben<\/li>\r\n\t<li>AI Assist zum Zusammenfassen und\/oder Brainstorming verwenden<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p id=\"part1\" style=\"font-size: 2rem; color: #0a2e80 !important; font-weight: bold;\">TEIL I: METHODOLOGISCHER HINTERGRUND<\/p>\r\n\r\n<div id=\"intro\"  class=\"research-guide-content\">\r\n<h2>1. Einf\u00fchrung in das axiale Kodieren<\/h2>\r\n\t<h3>Was ist axiales Kodieren?<\/h3>\r\n\t<p>Axiales Kodieren ist eine anspruchsvolle Technik der qualitativen Datenanalyse, die eine entscheidende Verbindung zwischen dem offenen Kodieren und dem selektiven Kodieren in der Grounded Theory Methode (Corbin &amp; Strauss, 2015) darstellt. In diesem Prozess setzen Forschende die durch offenes Kodieren entwickelten Konzepte und Kategorien systematisch zueinander in Beziehung, um Kernkategorien zu identifizieren, Verbindungen zwischen ihnen herzustellen und einen umfassenderen theoretischen Rahmen zu entwickeln.<\/p>\r\n\t<p>Der Begriff \u201eaxial\u201c bezieht sich auf den Prozess der Neukombination von Daten, indem Beziehungen zwischen verschiedenen Kategorien \u201earound the axis of one category at a time\u201c gebildet werden (Strauss 1987, S. 32). Dieses Kategoriennetzwerk wird schrittweise und systematisch aufgebaut, um eine Grounded Theory zu schaffen \u2013 eine Theorie, die in empirischen Daten verankert ist.<\/p>\r\n\t<p>W\u00e4hrend des axialen Kodierens sind konstante Vergleiche eine wichtige Methode zur Identifizierung der Eigenschaften und Dimensionen einer Kategorie, die die Grounded Theory beeinflussen: Das Vergleichen von \u201eincident against incident for similarities and differences\u201c (Corbin &amp; Strauss 2015, S. 239) offenbart die verschiedenen Wege durch das Grounded Theory-Modell.<\/p>\r\n\t<p>Daher bietet das axiale Kodieren Forschenden:<\/p>\r\n\t<ul>\r\n\t\t<li><b>Systematische Struktur zur Organisation komplexer qualitativer Daten<\/b>: Das axiale Kodieren bietet einen methodisch fundierten Rahmen f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung der inh\u00e4renten Komplexit\u00e4t qualitativer Datens\u00e4tze. Anstatt Forschenden die Organisation hunderter offener Codes intuitiv zu \u00fcberlassen, bietet es klare analytische Schritte zur Gruppierung verwandter Konzepte, zur Identifizierung von Mustern und zur Herstellung hierarchischer Beziehungen zwischen Kategorien.<\/li>\r\n\t\t<li><b>Erkl\u00e4rung statt blo\u00dfer Beschreibung von Ph\u00e4nomenen<\/b>: Das axiale Kodieren f\u00fchrt die qualitative Forschung \u00fcber die Erstellung dichter Beschreibungen hinaus zur Entwicklung erkl\u00e4render Theorien mittlerer Reichweite, indem es die Beziehungen zwischen Kategorien systematisch untersucht.<\/li>\r\n\t<\/ul>\r\n\t<h3>Ursprung, Entwicklung und Kritik<\/h3>\r\n\t<p>Das axiale Kodieren wurde haupts\u00e4chlich von Strauss (1987) sowie Strauss und Corbin (1990) als Teil ihres systematischen Ansatzes zur Grounded-Theory-Methodologie entwickelt. Ihre Arbeit entstand aus dem Wunsch heraus, Forschenden, die die Grounded Theory anwenden, eine explizitere methodologische Anleitung zu geben. Dies war insbesondere eine Reaktion auf die Kritik, dass der urspr\u00fcnglichen Formulierung von Glaser und Strauss (1967) die n\u00f6tige prozedurale Klarheit fehlte.<\/p>\r\n\t<p>Die Konzeptualisierung des axialen Kodierens durch Strauss und Corbin (1990) stellte eine bedeutende methodologische Innovation dar. W\u00e4hrend Glaser und Strauss (1967) die grundlegenden Prinzipien der Grounded Theory, wie den st\u00e4ndigen Vergleich und das theoretische Sampling, eingef\u00fchrt hatten, versuchten Strauss und Corbin, den analytischen Prozess systematischer zu operationalisieren. Ihr Ansatz f\u00fchrte das \u201eKodierparadigma\u201c ein \u2013 einen strukturierten Rahmen, der Ph\u00e4nomene, Bedingungen, Inter-\/Aktionsstrategien und Konsequenzen ber\u00fccksichtigt (siehe Abschnitt 3). Dieses Paradigma erm\u00f6glicht es Forschenden, von der blo\u00dfen Beschreibung zur Entwicklung erkl\u00e4render theoretischer Modelle \u00fcberzugehen.<\/p>\r\n\t<p>Es ist wichtig zu beachten, dass die Einf\u00fchrung des axialen Kodierens eine betr\u00e4chtliche Debatte innerhalb der Grounded-Theory-Gemeinschaft ausl\u00f6ste. Glaser (1992) kritisierte den Ansatz von Strauss und Corbin als \u00fcberm\u00e4\u00dfig pr\u00e4skriptiv und argumentierte, dass das Kodierparadigma Daten in vorbestimmte Kategorien zwingen k\u00f6nnte, anstatt die Theorie organisch aus den Daten entstehen zu lassen. Trotz dieser Kritik haben viele Forschende die strukturierte Anleitung des axialen Kodierens als besonders wertvoll empfunden, insbesondere diejenigen, die neu in der Grounded-Theory-Methodologie sind. Der Ansatz wurde in verschiedenen Disziplinen, von der Krankenpflege und den Gesundheitswissenschaften bis hin zur Bildung und Organisationsforschung, weit verbreitet und angepasst, was seine praktische N\u00fctzlichkeit f\u00fcr die Theorieentwicklung beweist.<\/p>\r\n\t<\/div>\r\n\r\n\t<div id=\"role\"  class=\"research-guide-content\">\r\n\t<h2>2. Die Rolle des axialen Kodierens im Grounded-Theory-Prozess<\/h2>\r\n\t<h3>Beziehung zwischen offenem, axialem und selektivem Kodieren<\/h3>\r\n\t<p>Der Kodierungsprozess der Grounded Theory folgt einem systematischen Ansatz, der das theoretische Verst\u00e4ndnis schrittweise aufbaut, von der anf\u00e4nglichen Datenfragmentierung \u00fcber die analytische Integration bis zur endg\u00fcltigen theoretischen Formulierung. Das Verst\u00e4ndnis der spezifischen Rolle jeder Kodierphase und insbesondere, wie das axiale Kodieren als entscheidende Br\u00fccke zwischen offenem und selektivem Kodieren fungiert, ist f\u00fcr die Durchf\u00fchrung von Grounded-Theory-Projekten unerl\u00e4sslich.<\/p>\r\n\t<p>Strauss und Corbin entwickelten ein <b>dreistufiges Verfahren<\/b>, das Forschende durch immer tiefere Abstraktions- und Integrationsebenen f\u00fchrt.<\/p>\r\n\t<p><b>Offenes Kodieren<\/b>: Das offene Kodieren leitet die Analyse ein. Hier wird der Text genau untersucht, Daten werden zerlegt und in Bezug auf die Forschung paraphrasiert, und es wird versucht, Konzepte zu identifizieren und vorl\u00e4ufige Kategorien aus der Gruppierung dieser Konzepte abzuleiten. In dieser Anfangsphase arbeiten Forschende intensiv mit ihren Daten. Sie lesen sie Zeile f\u00fcr Zeile oder Absatz f\u00fcr Absatz und fragen, was passiert und welche Kategorie oder Eigenschaft einer Kategorie ein bestimmtes Ereignis darstellt. Ziel ist es, die Daten aufzuschl\u00fcsseln und so viele potenziell relevante Konzepte wie m\u00f6glich zu identifizieren, ohne zu fr\u00fch theoretische Schl\u00fcsse abzuleiten. Dieser Prozess f\u00fchrt in der Regel zu umfangreichen Listen von Codes, die die Vielfalt der Daten widerspiegeln.<\/p>\r\n\t<p><b>Axiales Kodieren<\/b>: W\u00e4hrend das offene Kodieren f\u00fcr eine detaillierte erste Analyse notwendig ist, hinterl\u00e4sst es Forschende oft mit einer etwas chaotischen Sammlung von Konzepten und Kategorien, denen eine klare Struktur fehlt. Hier wird das axiale Kodieren unerl\u00e4sslich. Das axiale Kodieren setzt Daten wieder zusammen, indem es Beziehungen zwischen Kategorien durch st\u00e4ndige Vergleiche und systematische Analyse herstellt. Anstatt die Daten in immer kleinere Teile zu zerlegen, fordert das axiale Kodieren Forschende auf, die Teile auf neue Weisen zusammenzusetzen, die Muster, Verbindungen und kausale Beziehungen aufzeigen. Um dies zu erreichen, werden die Forschenden zun\u00e4chst die Kategorien sorgf\u00e4ltig \u00fcberpr\u00fcfen und hinsichtlich ihrer Eigenschaften und Dimensionen weiterentwickeln, bevor sie nach Beziehungen zwischen ihnen suchen.<\/p>\r\n\t<p><b>Selektives Kodieren<\/b>: Nach dem axialen Kodieren ist die letzte integrative Phase das selektive Kodieren, in der Forschende Kategorien um eine zentrale Kernkategorie verfeinern und kombinieren, um eine koh\u00e4rente Grounded Theory zu bilden. Diese Kernkategorie repr\u00e4sentiert das zentrale Ph\u00e4nomen, zu dem alle anderen Hauptkategorien in Beziehung gesetzt werden k\u00f6nnen, was zu einer einheitlichen theoretischen Erz\u00e4hlung f\u00fchrt, die den untersuchten sozialen Prozess oder das Ph\u00e4nomen erkl\u00e4rt. Diese Kernkategorie bildet die Grundlage der entstehenden Theorie, wobei die anderen Kategorien sie unterst\u00fctzen, ausarbeiten oder Kontext daf\u00fcr liefern.<\/p>\r\n\t<h3>Wie das axiale Kodieren auf dem offenen Kodieren aufbaut<\/h3>\r\n\t<p>Der \u00dcbergang vom offenen zum axialen Kodieren stellt eine grundlegende Verschiebung des analytischen Fokus und Zwecks dar. Beim <b>offenen Kodieren<\/b> werden die Daten in kleinere konzeptuelle Einheiten zerlegt und aus diesen Fragmenten erste Konzepte und Kategorien entwickelt. Die Aufmerksamkeit des Forschenden ist beim offenen Kodieren prim\u00e4r auf die Daten selbst gerichtet: Was ist vorhanden, welche Konzepte entstehen, welche Muster beginnen sich abzuzeichnen? Das <b>axiale Kodieren<\/b> hingegen lenkt die Aufmerksamkeit auf die Beziehungen zwischen diesen entstehenden Konzepten und fragt, wie Kategorien miteinander verbunden sind, sich gegenseitig beeinflussen und erkl\u00e4ren.<\/p>\r\n\t<p>Das axiale Kodieren nimmt die w\u00e4hrend des offenen Kodierens entwickelten Kategorien auf und bildet durch <b>systematische Analyse<\/b> Netzwerke zwischen ihnen. Dieser Prozess umfasst mehrere miteinander verbundene analytische Aktivit\u00e4ten.<\/p>\r\n\t<p>Zun\u00e4chst untersucht die <b>dimensionale Analyse<\/b> die Eigenschaften und Dimensionen jeder Kategorie eingehend. Jede Kategorie besitzt bestimmte Eigenschaften, d.h. Merkmale oder Attribute, die sie definieren. Diese Eigenschaften sollten sich im Idealfall entlang von Dimensionen definieren lassen, die sich \u00e4hnliche wie eine Rating Scale in einem Fragebogen entlang eines Kontinuums (hoch bis tief, stark bis schwach) bewegen. Wenn beispielsweise \u201eprofessionelles Mentoring\u201c w\u00e4hrend des offenen Kodierens als Kategorie entstand, w\u00fcrde das axiale Kodieren ihre Eigenschaften wie Formalit\u00e4t (informell bis formal), H\u00e4ufigkeit (gelegentlich bis intensiv), Dauer (kurzfristig bis langfristig) und Intensit\u00e4t (oberfl\u00e4chlich bis umfassend) untersuchen.<\/p>\r\n\t<p>Zweitens, und vielleicht am wichtigsten, beinhaltet das axiale Kodieren die <b>relationale Analyse<\/b>: Es wird identifiziert, wie verschiedene Kategorien einander beeinflussen, verursachen oder aus einander resultieren. Dies geht \u00fcber die blo\u00dfe Feststellung hinaus, dass zwei Kategorien gemeinsam in den Daten erscheinen. Stattdessen untersuchen Forschende systematisch die Art der Beziehungen zwischen Kategorien: Dient eine Kategorie als Bedingung f\u00fcr eine andere? Stellt sie eine Strategie als Reaktion auf ein bestimmtes Ph\u00e4nomen dar? Bildet sie eine Konsequenz bestimmter Handlungen? Das Kodierparadigma von Strauss und Corbin bietet einen strukturierten Rahmen f\u00fcr diese relationale Analyse (siehe Abschnitt 3).<\/p>\r\n\t<h3>Daten f\u00fcr das selektive Kodieren vorbereiten<\/h3>\r\n\t<p>Das axiale Kodieren dient als wesentliche Vorbereitung f\u00fcr die integrative Arbeit des selektiven Kodierens, indem es mehrere kritische analytische Aufgaben erf\u00fcllt.<\/p>\r\n\t<p>Erstens etabliert es <b>klare Beziehungen zwischen Hauptkategorien<\/b> und kl\u00e4rt, wie verschiedene konzeptuelle Elemente miteinander verbunden sind. Ohne diese relationale Grundlage w\u00fcrde dem selektiven Kodieren die notwendige Basis fehlen, um eine koh\u00e4rente Kernkategorie zu identifizieren und die Analyse in eine einheitliche theoretische Aussage zu integrieren.<\/p>\r\n\t<p>Zweitens hilft das axiale Kodieren, <b>potenzielle Kernkategorien zu identifizieren<\/b>, die als zentrales Ph\u00e4nomen dienen k\u00f6nnten, um das die gesamte Analyse organisiert werden kann. Durch den Prozess der Erkundung von Beziehungen und der Anwendung des Kodierparadigmas auf verschiedene Kategorien erweisen sich bestimmte Kategorien als zentraler, h\u00e4ufiger mit anderen Kategorien verbunden oder m\u00e4chtiger in ihrer Erkl\u00e4rungskapazit\u00e4t. Diese Kategorien werden zu potenziellen Kernkategorien, die im selektiven Kodieren weiter ausgearbeitet werden. Die w\u00e4hrend des axialen Kodierens durchgef\u00fchrte systematische Analyse liefert Belege daf\u00fcr, warum eine bestimmte Kategorie diese zentrale Position verdient, anstatt diese grundlegende Entscheidung allein auf Intuition oder Pr\u00e4ferenz zu st\u00fctzen.<\/p>\r\n\t<p>Drittens f\u00f6rdert das axiale Kodieren <b>die Entwicklung vorl\u00e4ufiger theoretischer Aussagen<\/b>, also von Feststellungen \u00fcber Beziehungen zwischen Kategorien, die beginnen, die entstehende Theorie zu artikulieren. Diese Aussagen, die durch sorgf\u00e4ltige Analyse der Beziehungen zwischen den Kategorien entwickelt werden, dienen als Bausteine f\u00fcr die umfassenderen theoretischen Aussagen, die w\u00e4hrend des selektiven Kodierens entstehen.<\/p>\r\n\t<p>Viertens beinhaltet das axiale Kodieren oft die Erstellung <b>visueller Darstellungen von Kategorienbeziehungen<\/b>, wobei Diagramme, Karten oder Modelle verwendet werden, um die Verbindungen zwischen den Kategorien zu veranschaulichen. Diese Visualisierungen erf\u00fcllen mehrere Funktionen: Sie helfen Forschenden, Muster und L\u00fccken in ihrer Analyse zu erkennen und sie dokumentieren die analytische Entwicklung, auf die w\u00e4hrend des selektiven Kodierens Bezug genommen werden kann.<\/p>\r\n<\/div>\r\n\r\n<div id=\"paradigm\"  class=\"research-guide-content\">\r\n<h2>3. Das axiale Kodierparadigma<\/h2>\r\n\t<p>Das Kodierparadigma selbst besteht aus mehreren miteinander verbundenen Komponenten: urs\u00e4chliche Bedingungen (Faktoren, die das Ph\u00e4nomen beeinflussen), das Ph\u00e4nomen selbst (die Kernkategorie), der Kontext (die spezifischen Bedingungen, in denen das Ph\u00e4nomen eingebettet ist), intervenierende Bedingungen (breitere strukturelle Faktoren, die Handlungen rahmen und pr\u00e4formieren), Handlungs-und Interaktionsstrategien (zielgerichtete Reaktionen auf das Ph\u00e4nomen) und Konsequenzen (Ergebnisse des gesamten Prozesses). Dieser strukturierte Ansatz wurde entwickelt, um Forschenden zu helfen, systematisch Struktur mit Prozess in Beziehung zu setzen und \u00fcber die blo\u00dfe Identifizierung von Kategorien hinauszugehen, um die komplexen Beziehungen zwischen ihnen zu verstehen.<\/p>\r\n\t<h3>Erl\u00e4uterung des Paradigmas<\/h3>\r\n\t<p>Basierend auf dem Ansatz des axialen Kodierens von Strauss und Corbin k\u00f6nnen Forschende das Kodierparadigma nutzen, um m\u00f6gliche Beziehungen zwischen den im offenen Kodierungsprozess gebildeten zentralen Kategorien zu generieren. Es wird als hilfreiches Werkzeug eingef\u00fchrt, aber nicht als \u201eset of directives\u201c (Corbin &amp; Strauss 2015, S. 157). Daher k\u00f6nnen Sie diese grundlegende Paradigma-Version auch weiterentwickeln.<\/p>\r\n\t<div class=\"large-10 aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/www.maxqda.com\/wp\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/Axial-1.jpg\"  alt=\"Axiales Kodieren - Kodierparadigma\" data-headline=\"Kodierparadigma (Strauss &amp; Corbin 1998, S. 127)\" \/><\/div>\r\n\t<p>Wie sollte man das Kodierparadigma lesen? Laut Strauss und Corbin beinhaltet die Formulierung einer Theorie die Identifizierung von Wenn-Dann-Beziehungen und Prozessen, wie in der Grafik des Kodierparadigmas dargestellt. Kurz gesagt, wenn bestimmte Bedingungen mit bestimmten Handlungsstrategien zusammenfallen und auf das Ph\u00e4nomen einwirken, ergeben sich andere Konsequenzen als jene, die sich aus anderen Bedingungen und Handlungen ergeben.<\/p>\r\n\t<h3>Komponenten des Kodierparadigmas im Detail<\/h3>\r\n\t<p><b>Ph\u00e4nomen<\/b>: Dies ist die Kernkategorie, um die sich viele oder alle anderen Kategorien drehen. Dies ist die Kernkategorie, um die sich viele oder alle anderen Kategorien drehen. Als Hauptthema der Forschung sollte das Ph\u00e4nomen abstract genug sein, \u201cso that it can be used as the overarching explanatory concept tying all the other categories together\u201c (Corbin &amp; Strauss 2015, S. 189). Daher muss das Ph\u00e4nomen im Laufe der Zeit ver\u00e4nderbar sein, um Wenn-Dann-Beziehungen herzustellen, wie sie durch die Pfeile des Paradigmas angedeutet werden.<\/p>\r\n\t<p><b>Urs\u00e4chliche Bedingungen<\/b>: Dies sind die Vorf\u00e4lle, Ereignisse oder Gegebenheiten, die ein Ph\u00e4nomen hervorrufen, verschwinden lassen oder ver\u00e4ndern. Im Gegensatz zu intervenierenden Bedingungen haben kausale Bedingungen einen engeren und direkteren zeitlichen Einfluss auf das Ph\u00e4nomen.<\/p>\r\n\t<p><b>Kontext und intervenierende Bedingungen<\/b>: Wichtige Rahmenbedingungen f\u00fcr die entstehende Theorie, insbesondere der Zeitpunkt der Forschung oder geographische Regionen, werden als Kontext zusammengefasst. Intervenierende Bedingungen umfassen dar\u00fcber hinaus strukturelle Faktoren, die eine Person, Organisation oder andere relevante Daten langfristig charakterisieren, wie sozio-demografische Variablen oder Organisationskulturen. Sie sind wichtige Voraussetzungen f\u00fcr m\u00f6gliche Strategien.<\/p>\r\n\t<p><b>Handlungs- und Interaktionsstrategien<\/b>: Dies sind die zielgerichteten Aktivit\u00e4ten, die Menschen als Reaktion auf ein Ph\u00e4nomen ausf\u00fchren oder unterlassen. Diese Strategien werden oft durch kausale und\/oder intervenierende Bedingungen beeinflusst. Wenn dies auf Ihre Theorie zutrifft, k\u00f6nnen Sie dem Paradigma einen weiteren Pfeil hinzuf\u00fcgen, um die Bedingungen mit den Strategien zu verkn\u00fcpfen.<\/p>\r\n\t<p><b>Konsequenzen<\/b>: Diese Konsequenzen ergeben sich aus einem Zusammenspiel von urs\u00e4chlichen Bedingungen, Kontext, intervenierenden Bedingungen und\/oder Strategien. Konsequenzen k\u00f6nnen beabsichtigt oder unbeabsichtigt sein und unmittelbare oder langfristige Auswirkungen haben.<\/p>\r\n\t\r\n<p id=\"part2\" style=\"font-size: 2rem; color: #0a2e80 !important; font-weight: bold;\">TEIL II: AXIALES KODIEREN MIT MAXQDA<\/p>\r\n\t\r\n\t<p>Dieser Abschnitt veranschaulicht, wie die einzelnen Schritte des axialen Kodierens nach Strauss und Corbin mit der MAXQDA-Software durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Neben dem Kodierparadigma erw\u00e4hnen Strauss und Corbin in ihren B\u00fcchern weitere Werkzeuge. So stellen Corbin und Strauss (2015) in der vierten Auflage ihres Buches die Conditional\/Consequential Matrix vor (S. 163). Um die Dinge einfach zu halten, konzentriert sich dieser Leitfaden jedoch auf die Arbeit mit dem Kodierparadigma in MAXQDA.<\/p>\r\n<\/div>\r\n\r\n<div id=\"step\"  class=\"research-guide-content\">\r\n<h2>4. Schritt-f\u00fcr-Schritt-Anleitung zur Durchf\u00fchrung des axialen Kodierens<\/h2>\r\n\t<h3>Schritt 1: Logbuch<\/h3>\r\n\t<p>F\u00fcr jedes Grounded-Theory-Projekt ist es hilfreich, von Anfang an das Logbuch zu nutzen (Hauptregisterkarte: \u201eStart\u201c &gt; \u201eLogbuch\u201c). Hier k\u00f6nnen Sie Ihre Forschungsfragen und -ziele sowie die wichtigsten Informationen zur Datenerhebung festhalten. Dies ist besonders wichtig in der Phase des axialen Codierens, da es hilft, die scheinbar unendlichen M\u00f6glichkeiten zur Erstellung eines Kategoriennetzwerks einzugrenzen.<\/p>\r\n\t<div class=\"large-8 aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/www.maxqda.com\/de\/wp\/wp-content\/uploads\/sites\/1\/Axiales-Kodieren-1-1.png\" alt=\"Axiales Kodieren - Logbuch: Einen \u00dcberblick verschaffen\" data-headline=\"Logbuch: Einen \u00dcberblick verschaffen\" \/><\/div>\r\n\r\n\t<h3>Schritt 2: \u00dcberpr\u00fcfen der Kategorien des offenen Kodierens<\/h3>\r\n\t<p>Bevor Sie mit dem axialen Kodieren beginnen, ist es unerl\u00e4sslich, die w\u00e4hrend des offenen Kodieren entwickelten Kategorien systematisch zu \u00fcberpr\u00fcfen. Diese vorbereitende Arbeit bildet die Grundlage daf\u00fcr, zu verstehen, welche Kategorien gut entwickelt sind, welche einer weiteren Verfeinerung bed\u00fcrfen und wie Kategorien sinnvoll miteinander verbunden werden k\u00f6nnten.<\/p>\r\n\t<p>Beginnen Sie, indem Sie das <b>\u201eListe der Codes\u201c-Fenster in MAXQDA<\/b> \u00f6ffnen, das Ihr vollst\u00e4ndiges Codesystem in einer hierarchischen Struktur anzeigt. Dieses Fenster dient als Ihr prim\u00e4rer Arbeitsbereich f\u00fcr die <b>Organisation und Verwaltung von Kategorien<\/b> w\u00e4hrend des gesamten Prozesses des axialen Kodierens. Nehmen Sie sich Zeit, sich mit dem aktuellen Zustand Ihres Codesystems vertraut zu machen und sowohl die Gesamtstruktur als auch die einzelnen Kategorien, die aus dem offenen Kodierprozess hervorgegangen sind, zu beachten.<\/p>\r\n\t<p>\u00dcberpr\u00fcfen Sie als N\u00e4chstes die <b>H\u00e4ufigkeit und Verteilung jeder Kategorie<\/b>, indem Sie die Zahlen neben jedem Code untersuchen. Diese Zahlen geben an, wie viele Segmente pro Kategorie zugewiesen wurden, und liefern wertvolle Informationen \u00fcber die Wichtigkeit und S\u00e4ttigung verschiedener Konzepte in Ihrem Datensatz. Achten Sie besonders auf Kategorien mit sehr hohen H\u00e4ufigkeiten, da diese zentrale Ph\u00e4nomene darstellen k\u00f6nnen, die eine tiefere Analyse verdienen.<\/p>\r\n\t<p>Identifizieren Sie bei der \u00dcberpr\u00fcfung der Kategorien auch diejenigen <b>mit nur wenigen codierten Segmenten<\/b>, , typischerweise weniger als sechs oder f\u00fcnf. Diese sp\u00e4rlich besetzten Kategorien verdienen besondere Aufmerksamkeit. Fragen Sie sich, ob jede eine wirklich eigenst\u00e4ndige Kategorie darstellt oder ob sie besser als Dimension oder Eigenschaft einer substanzielleren Kategorie verstanden werden k\u00f6nnte. Erw\u00e4gen Sie, unterentwickelte Kategorien mit verwandten, robusteren Kategorien zusammenzuf\u00fchren, wo dies konzeptionell angemessen ist. Seien Sie jedoch bei diesem Prozess vorsichtig. Einige Kategorien mit wenigen kodierten Segmenten k\u00f6nnen wichtige Ausrei\u00dferf\u00e4lle oder aufkommende Muster darstellen, die es verdienen, durch theoretisches Sampling erhalten und weiter untersucht zu werden.<\/p>\r\n\t<h3>Schritt 3: Entwicklung dimensionaler Eigenschaften von Kategorien<\/h3>\r\n\t<p>Nach der \u00dcberpr\u00fcfung des Kategoriensystems ist es wichtig, jede Kategorie hinsichtlich ihrer Eigenschaften und Dimensionen zu entwickeln. <b>Eigenschaften<\/b> sind Merkmale, die Kategorien \u201edefine and describe\u201c (Corbin &amp; Strauss, 2015, S. 220). <b>Dimensionen<\/b> sind Variationen innerhalb von Eigenschaften, die Kategorien \u201especificity and range\u201c (ebd.) verleihen.<\/p>\r\n\t<p>Zum Beispiel k\u00f6nnte in einem Forschungsprojekt das Bewusstsein f\u00fcr den Klimawandel relevant sein. Dieses Bewusstsein k\u00f6nnte f\u00fcr eine sich entwickelnde Theorie als Grad des Bewusstseins gefasst werden und von hoch bis niedrig variieren. In MAXQDA k\u00f6nnen Sie beispielsweise einen Obercode f\u00fcr \u201eGrad des Klimawandelbewusstseins\u201c und Subcodes f\u00fcr jedes Merkmal der Dimension erstellen, das f\u00fcr die Analyse wichtig ist.<\/p>\r\n\t<div class=\"large-5 aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/www.maxqda.com\/de\/wp\/wp-content\/uploads\/sites\/1\/Axiales-Kodieren-2.png\" alt=\"Axiales Kodieren \u2013 Fenster Codes: Beispiel f\u00fcr Dimensionen\" data-headline=\"Fenster Codes: Beispiel f\u00fcr Dimensionen\" \/><\/div>\r\n\r\n\r\n\t<p>Es ist wichtig, die Merkmale der Dimensionen \u201ehoch\u201c, \u201emittel\u201c und \u201eniedrig\u201c pr\u00e4zise zu definieren. In MAXQDA k\u00f6nnen diese <b>dimensionalen Definitionen<\/b> in Code-Memos festgehalten werden. Dadurch wird die Analyse w\u00e4hrend des axialen Kodierens pr\u00e4ziser. Um ein Code-Memo in MAXQDA zu erstellen oder zu bearbeiten, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Kategorie im Fenster \u201eListe der Codes\u201c und w\u00e4hlen Sie \u201eCode-Memo\u201c aus dem Kontextmen\u00fc. Dadurch \u00f6ffnet sich ein Texteditor, in dem Sie Ihre analytischen Erkenntnisse, dimensionalen Definitionen und Kategorienmerkmale dokumentieren k\u00f6nnen.<\/p>\r\n\t<h3>Schritt 4: Das Kodierparadigma in das Fenster \u201eListe der Codes\u201c integrieren<\/h3>\r\n\t<p>Bevor Sie mit dem n\u00e4chsten Schritt fortfahren, erstellen Sie eine <b>Sicherungskopie<\/b>, die den Status nach dem offenen Kodieren festh\u00e4lt. Erstellen Sie anschlie\u00dfend <b>f\u00fcnf neue Obercodes<\/b>, die den f\u00fcnf Feldern des Kodierparadigmas entsprechen: Ph\u00e4nomen(e), Ursachen, Kontext und intervenierende Bedingungen, Strategien, Konsequenzen.<\/p>\r\n\t<div class=\"large-6 aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/www.maxqda.com\/de\/wp\/wp-content\/uploads\/sites\/1\/Axiales-Kodieren-3-1.png\" alt=\"Axiales Kodieren - Kodierparadigma als Obercodes\" data-headline=\"Kodierparadigma als Obercodes\" \/><\/div>\r\n\r\n\t<p>Verwenden Sie f\u00fcr jeden Obercode eine andere Farbe, um die \u00dcbersicht zu behalten. Ziehen Sie anschlie\u00dfend jede der Kategorien, die Sie w\u00e4hrend des offenen Kodierens entwickelt haben, per Drag &amp; Drop auf einen der f\u00fcnf Obercodes im Fenster \u201eListe der Codes\u201c, um sie einem der f\u00fcnf Paradigmafelder zuzuordnen.<\/p>\r\n\t<h3>Schritt 5: Creative Coding<\/h3>\r\n\t<p>F\u00fcr komplexere Projekte verwenden Sie das Creative Coding Tool, um Kategorien einem der f\u00fcnf Obercodes zuzuordnen. Creative Coding ist ein n\u00fctzliches Werkzeug zur Organisation und Strukturierung von Codes. Sie finden es im Men\u00fc-Tab \u201eCodes\u201c.<\/p>\r\n\t<p>Im <b>Creative Coding Modus<\/b> sehen Sie einen Arbeitsbereich mit dem aktuellen Codesystem auf der linken Seite und einer leeren Arbeitsfl\u00e4che auf der rechten Seite. Ziehen Sie zun\u00e4chst die f\u00fcnf neuen Obercodes, die das Kodierparadigma repr\u00e4sentieren, auf die Arbeitsfl\u00e4che und versuchen Sie, sie so weit wie m\u00f6glich voneinander entfernt anzuordnen. Ziehen Sie in einem zweiten Schritt die wichtigsten Kategorien aus dem offenen Kodieren auf die Arbeitsfl\u00e4che neben den Obercode, zu dem sie geh\u00f6ren k\u00f6nnten.<\/p>\r\n\t<div class=\"large-12 aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter grey-border\" src=\"https:\/\/www.maxqda.com\/de\/wp\/wp-content\/uploads\/sites\/1\/Axiales-Kodieren-4-scaled.png\" alt=\"Axiales Kodieren \u2013 Creative Coding: Kategorien dem Kodierparadigma zuordnen\" data-headline=\"Creative Coding: Kategorien dem Kodierparadigma zuordnen\" \/><\/div>\r\n\r\n\t<p>Sobald Sie fertig sind, \u00fcberpr\u00fcfen Sie, ob Ihre Zuordnungen korrekt sind. Wechseln Sie dann in den Link-Modus, indem Sie auf das Symbol <b>\u201eVerbinden (Subcode definieren)\u201c<\/b> im Tab \u201eStart\u201c klicken. Klicken Sie auf den gew\u00fcnschten Obercode und ziehen Sie einen Pfeil zur Kategorie, um sie zuzuordnen.<\/p>\r\n\t<p>Wenn Sie feststellen, dass einige Kategorien, Eigenschaften oder Dimensionen zu klein sind, k\u00f6nnen Sie diese im Creative Coding-Modus zusammenf\u00fchren. Ziehen Sie einfach eine Kategorie auf eine andere, halten Sie die Maustaste gedr\u00fcckt und lassen Sie sie los, wenn der Tooltip <b>\u201eCodes zusammenf\u00fchren\u201c<\/b> erscheint.<\/p>\r\n\t<p>Nachdem Sie allen f\u00fcnf Obercodes Kategorien zugewiesen haben, klicken Sie auf die Schaltfl\u00e4che <b>\u201eCreative Coding beenden\u201c<\/b> in der oberen linken Ecke. Sie werden dann aufgefordert, die \u00c4nderungen zu best\u00e4tigen. Klicken Sie auf \u201eJa\u201c, wenn Sie sicher sind. Ihre \u00c4nderungen werden dann in das Fenster \u201eListe der Codes\u201c \u00fcbertragen.<\/p>\r\n\t<p>In diesem Stadium bleiben einige Kategorien in der Regel keinem der f\u00fcnf Obercodes zugewiesen. Erstellen Sie daher eine <b>\u201eSonstige\u201c-Kategorie<\/b> im Fenster \u201eListe der Codes\u201c und gruppieren Sie diese zusammen, zum Beispiel mit dem gr\u00fcnen Plus-Symbol in der Kopfzeile des Fensters \u201eListe der Codes\u201c. So k\u00f6nnen Sie sp\u00e4ter wieder darauf zugreifen.<\/p>\r\n\t<h3>Schritt 6: MAXMaps zur Visualisierung des axialen Kodierens verwenden<\/h3>\r\n\t<p>Neben der Zuweisung aller Kategorien zu einem der f\u00fcnf Obercodes im Fenster \u201eListe der Codes\u201c k\u00f6nnen Sie MAXMaps verwenden, um die m\u00f6glichen Verbindungen zwischen den Kategorien visuell darzustellen.<\/p>\r\n\t<p>MAXMaps wurde entwickelt, um eine <b>visuelle Darstellung<\/b> der verschiedenen MAXQDA-Elemente (Codes, Dokumente, Memos und kodierte Segmente) innerhalb eines Arbeitsbereichs, der als \u201eMap\u201c bezeichnet wird, zu erm\u00f6glichen und deren Beziehungen zu veranschaulichen. Es ist ein unsch\u00e4tzbares Werkzeug zur Visualisierung und Entwicklung theoretischer Beziehungen beim axialen Kodieren.<\/p>\r\n\t<p>\u00d6ffnen Sie zun\u00e4chst MAXMaps \u00fcber den Tab \u201eVisual Tools\u201c und erstellen Sie eine neue Map, indem Sie \u201eStart\u201c ausw\u00e4hlen. Verwenden Sie anschlie\u00dfend den Tab \u201eEinf\u00fcgen\u201c, um das Kodierparadigma zu zeichnen. W\u00e4hlen Sie dabei \u201eNeuer Text\u201c und geben Sie eines der f\u00fcnf Felder ein. Verwenden Sie dann das Pfeilsymbol, um die Beziehungen zwischen ihnen anzuzeigen. Um sich an die Hauptforschungsfrage zu erinnern, f\u00fcgen Sie diese ebenfalls der Map hinzu.<\/p>\r\n\t<div class=\"large-10 aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter grey-border\" src=\"https:\/\/www.maxqda.com\/de\/wp\/wp-content\/uploads\/sites\/1\/Axiales-Kodieren-5.png\" alt=\"MAXMAps: Das Kodierparadigma zeichnen\" data-headline=\"MAXMAps: Das Kodierparadigma zeichnen\" \/><\/div>\r\n\r\n\t<p>Ziehen Sie anschlie\u00dfend alle relevanten Kategorien aus dem Fenster \u201eListe der Codes\u201c auf die Map-Arbeitsfl\u00e4che. Da Sie diese bereits einem der f\u00fcnf Felder zugewiesen haben, sollte dieser Vorgang nun schneller und \u00fcbersichtlicher sein.<\/p>\r\n\t<div class=\"large-10 aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter grey-border\" src=\"https:\/\/www.maxqda.com\/de\/wp\/wp-content\/uploads\/sites\/1\/Axiales-Kodieren-6.png\" alt=\"MAXMAps: Kodierparadigma mit Kategorien\" data-headline=\"MAXMAps: Kodierparadigma mit Kategorien\" \/><\/div>\r\n\r\n\t<p><b>Alternative M\u00f6glichkeiten<\/b>: Sie k\u00f6nnen f\u00fcr diesen Schritt auch eine Modellvorlage in MAXMaps verwenden, zum Beispiel das Code-Theorie-Modell.<\/p>\r\n\t<h3>Schritt 7: Konstante Vergleiche<\/h3>\r\n\t<p>Sie haben nun alles, was Sie f\u00fcr die Hauptmethode der Grounded Theory ben\u00f6tigen: das konstante Vergleichen unterschiedlicher Kategorien, Eigenschaften und Auspr\u00e4gungen von Dimensionen. Mit MAXMaps k\u00f6nnen Sie grafisch \u00fcberlegen, welche Auspr\u00e4gungen der Dimensionen einer Eigenschaft verglichen werden sollen. Dies hilft Ihnen, die Bedingungen und Strategien zu identifizieren, die Ihr Ph\u00e4nomen beeinflussen und zu bestimmten Konsequenzen f\u00fchren \u2013 und welche nicht. MAXQDA bietet auch andere Tools, die beim Vergleichen unterst\u00fctzen: Interaktive Funktionen von MAXMaps, Segment-Matrix, Memos und Logbuch.<\/p>\r\n\t<h4>MAXMaps: Interaktive Funktionen<\/h4>\r\n\t<p>Alle in MAXMaps verwendeten Elemente sind interaktiv, das hei\u00dft, sie sind mit dem MAXQDA-Projekt verbunden. So ist ein Symbol, das eine Kategorie darstellt, nicht nur ein passives Icon, sondern erm\u00f6glicht es Ihnen, per Doppelklick alle dieser Kategorie zugeordneten kodierten Segmente in einem neuen Fenster zu \u00f6ffnen.<\/p>\r\n\t<div class=\"large-11 aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter grey-border\" src=\"https:\/\/www.maxqda.com\/de\/wp\/wp-content\/uploads\/sites\/1\/Axiales-Kodieren-7.png\" alt=\"Fenster \u201eListe der kodierten Segmente\u201c\" data-headline=\"Fenster \u201eListe der kodierten Segmente\u201c\" \/><\/div>\r\n\r\n\t<p>Ein Doppelklick auf eines der kodierten Segmente f\u00fchrt Sie zum Dokument-Browser, wo Sie die Segmente im Kontext lesen k\u00f6nnen. Dies stellt sicher, dass Sie bei der Herstellung von Verbindungen zwischen Kategorien im axialen Kodieren niemals den Bezug zu den Originaldaten verlieren.<\/p>\r\n\t<h4>Segment-Matrix<\/h4>\r\n\t<p>F\u00fcr detaillierte Vergleiche verwenden Sie die Segment-Matrix im Tab \u201eMixed Methods\u201c. Erstellen Sie zun\u00e4chst Dokumentgruppen im Fenster \u201eListe der Dokumente\u201c. Verwenden Sie dann dieses Tool, um die verschiedenen Gruppen zu vergleichen.<\/p>\r\n\t<p>Sie k\u00f6nnten beispielsweise Personen, die in Berlin leben, mit solchen vergleichen, die in Hamburg leben, um herauszufinden, inwieweit der Wohnort Ihre Grounded Theory beeinflusst. Erstellen Sie zwei Dokumentgruppen und weisen Sie alle Interviews per Drag-and-Drop der entsprechenden Gruppe zu.<\/p>\r\n\t<div class=\"large-4 aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/www.maxqda.com\/wp\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/Axial-9.png\" alt=\"Axiales Kodieren - Dokumentgruppen\" data-headline=\"Dokumentgruppen\" \/>\r\n\t<\/div>\r\n\r\n\t<p>\u00d6ffnen Sie anschlie\u00dfend das Tool \u201eSegment-Matrix\u201c. Klicken Sie im ersten Fenster auf \u201eDokumentgruppe\u201c und dann auf den blauen Pfeil. W\u00e4hlen Sie als N\u00e4chstes \u201eHamburg\u201c aus dem Dropdown-Men\u00fc unten rechts aus. Gehen Sie f\u00fcr \u201eBerlin\u201c genauso vor und klicken Sie dann auf \u201eOK\u201c.<\/p>\r\n\t<div class=\"large-10 aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/www.maxqda.com\/de\/wp\/wp-content\/uploads\/sites\/1\/Axiales-Kodieren-9.png\" alt=\"Axiales Kodieren - Segment-Matrix: Gruppen zum Vergleich ausw\u00e4hlen\" data-headline=\"Segment-Matrix: Gruppen zum Vergleich ausw\u00e4hlen\" \/><\/div>\r\n\r\n\t<p>Ihr Kategoriensystem wird dann im n\u00e4chsten Fenster auf der linken Seite angezeigt, zusammen mit allen kodierten Segmenten jeder Kategorie, aufgeteilt nach Wohnort und alle Interviews umfassend.<\/p>\r\n\t<div class=\"large-11 aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/www.maxqda.com\/de\/wp\/wp-content\/uploads\/sites\/1\/Axiales-Kodieren-10.png\" alt=\"Axiales Kodieren - Segment-Matrix: Gruppen vergleichen\" data-headline=\"Segment-Matrix: Gruppen vergleichen\" \/><\/div>\r\n\r\n\t<p>Dieses Vorgehen erm\u00f6glicht es, alle Inhalte von Personen aus diesen beiden St\u00e4dten parallel zu lesen, zu vergleichen und nach \u00c4hnlichkeiten und Unterschieden zu suchen.<\/p>\r\n\t<div class=\"info-panel\">\r\n\t<div><b>Tipp<\/b>: Neben Dokumentgruppen k\u00f6nnen Sie auch Dokumentvariablen f\u00fcr Gruppenvergleiche verwenden. Im Hauptreiter \u201eVariablen\u201c k\u00f6nnen Sie \u00fcber den \u201eDateneditor f\u00fcr Dokumentvariablen\u201c eigene Variablen wie Alter, Geschlecht, Wohnort, Religion, Meinungen usw. erstellen und Werte f\u00fcr jeden Interviewpartner oder jedes andere Dokument im Fenster \u201eDokumente\u201c eingeben.<\/div>\r\n\t<\/div>\r\n\t<h4>Memos und Logbuch<\/h4>\r\n\t<p>Die wichtigsten Erkenntnisse, die w\u00e4hrend des Prozesses des konstanten Vergleichens enstehen, k\u00f6nnen in Memos oder im Logbuch festgehalten werden. Im <b>Logbuch<\/b> k\u00f6nnen Sie alle durchgef\u00fchrten Vergleiche auflisten und kurz die ergriffenen Ma\u00dfnahmen und erzielten Ergebnisse festhalten. <b>Memos<\/b> k\u00f6nnen vielf\u00e4ltig eingesetzt werden. In dieser Phase des axialen Kodierens k\u00f6nnen beispielsweise Code-Memos verwendet werden, um die wichtigsten Erkenntnisse pro Kategorie zusammenzufassen. Hierf\u00fcr k\u00f6nnen Sie das Code-Summary-Feld nutzen. Sie k\u00f6nnen das Memo auch mit Codes und\/oder kodierten Segmenten verkn\u00fcpfen.<\/p>\r\n\t<div class=\"large-10 aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter grey-border\" src=\"https:\/\/www.maxqda.com\/de\/wp\/wp-content\/uploads\/sites\/1\/Axiales-Kodieren-11.png\" alt=\"Axiales Kodieren \u2013 Code-Memo: Definitionen und Zusammenfassungen\/Interpretationen\" data-headline=\"Code-Memo: Definitionen und Zusammenfassungen\/Interpretationen\" \/><\/div>\r\n\r\n\t<p>Um Verbindungen zwischen Kategorien und Feldern herzustellen, empfehle ich, ein <b>freies Memo<\/b> im Hauptreiter \u201eMemos\u201c zu erstellen. Im Gegensatz zum Logbuch sind diese nicht mit bestimmten Elementen in MAXQDA verkn\u00fcpft, eignen sich aber hervorragend, um allgemeine Notizen zu analytischen Gedanken und Zusammenh\u00e4ngen festzuhalten.<\/p>\r\n\t<div class=\"info-panel\">\r\n\t<div><b>Tipp:<\/b> Der Memo-Manager im Hauptreiter \u201eMemos\u201c bietet eine \u00dcbersicht \u00fcber alle Memos.<\/div>\r\n\t<\/div>\r\n<\/div>\r\n\r\n<div id=\"next\"  class=\"research-guide-content\">\r\n<h2>5. Wie geht es weiter?<\/h2>\r\n\t<h3>Selektives Kodieren<\/h3>\r\n\t<p>In der anschlie\u00dfenden Phase des selektiven Kodierens werden alle bisherigen Modelle auf einer noch abstrakteren Ebene zu einem neuen Modell integriert. Die oben besprochenen Tools f\u00fcr das axiale Kodieren, wie Creative Coding und MAXMaps, k\u00f6nnen auch hierf\u00fcr genutzt werden.<\/p>\r\n\t<p>Am Ende der axialen Kodierphase sollten idealerweise die wichtigsten Beziehungen zwischen einzelnen Kategorien hergestellt, ihre Eigenschaften\/Dimensionen miteinander verglichen und festgestellt worden sein, welche Aspekte sich gegenseitig beeinflussen und wie einzelne Aspekte zusammenh\u00e4ngen. Oft ist es jedoch nicht m\u00f6glich, in einem ersten Schritt nur ein Modell auf Basis des Kodierparadigmas zu erstellen. Stattdessen entstehen in der anf\u00e4nglichen axialen Kodiersphase meist zwei oder drei Modelle.<\/p>\r\n\t<h3>Theoretisches Sampling: Zus\u00e4tzliche Daten sammeln<\/h3>\r\n\t<p>In einigen F\u00e4llen m\u00fcssen w\u00e4hrend des axialen Kodierens zus\u00e4tzliche Daten erhoben werden, wenn ein Vergleich nicht vollst\u00e4ndig m\u00f6glich ist oder bestimmte Kategorien unterentwickelt bleiben. Dies entspricht dem interaktiven Prozess der Grounded Theory, bei dem Datenerhebung und -analyse oft abwechseln, um ein theoretisches Modell zu bilden \u2013 ein Prozess, der als theoretisches Sampling bekannt ist.<\/p>\r\n\t<p>Theoretisches Sampling ist ein charakteristisches Merkmal der Grounded Theory-Methodologie, bei der Forschende bewusst neue Datenquellen, Teilnehmende oder Kontexte auf der Grundlage aufkommender analytischer Bed\u00fcrfnisse suchen, anstatt sich an vorab festgelegte Kriterien f\u00fcr das Sampling zu halten. Wenn beispielsweise w\u00e4hrend des axialen Kodierens eine wichtige urs\u00e4chliche Bedingung identifiziert wird, aber unzureichende Daten vorliegen, um zu verstehen, wie diese in verschiedenen Kontexten wirkt, w\u00fcrden Forschende gezielt zus\u00e4tzliche Daten sammeln, die diese L\u00fccke schlie\u00dfen. Dies k\u00f6nnte die Durchf\u00fchrung von Folgeinterviews mit Teilnehmenden, die bestimmte Bedingungen erlebt haben, die Suche nach F\u00e4llen, die unterschiedliche dimensionale Extreme repr\u00e4sentieren, oder die Untersuchung von Kontexten, in denen sich das Ph\u00e4nomen anders manifestiert, umfassen. Ziel ist es, Kategorien so lange zu entwickeln, bis sie die theoretische S\u00e4ttigung erreichen \u2013 den Punkt, an dem neue Daten keine zus\u00e4tzlichen Eigenschaften oder Dimensionen einer Kategorie mehr offenbaren.<\/p>\r\n\t<p>Insgesamt l\u00e4sst sich sagen, dass iterative Arbeit haupts\u00e4chlich w\u00e4hrend der Phase des offenen Kodierens durchgef\u00fchrt wird und w\u00e4hrend der axialen und selektiven Kodierphasen kontinuierlich abnimmt. Diese fortschreitende Reduzierung der iterativen Aktivit\u00e4t spiegelt die zunehmende theoretische Klarheit und Integration wider, die durch systematische Analyse erreicht wird. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Grounded Theory grunds\u00e4tzlich flexibel bleibt und Forschenden erlaubt, zu fr\u00fcheren Kodierphasen zur\u00fcckzukehren, wenn sich wichtige neue Erkenntnisse ergeben.<\/p>\r\n\t<h3>QTT-Arbeitsbereich<\/h3>\r\n\t<p>F\u00fcr einen guten \u00dcberblick k\u00f6nnen Sie auch den QTT-Arbeitsbereich (Questions \u2013 Themes \u2013 Theories) nutzen, um alle Ergebnisse zusammenzufassen.<\/p>\r\n\t<p>In der QTT-Arbeitsumgebung k\u00f6nnen Sie Forschungsfragen formulieren, wichtige Kategorien und Memos sammeln, Visualisierungen speichern und Zusammenfassungen schreiben. Es kann hilfreich sein, verschiedene QTT-Arbeitsbl\u00e4tter f\u00fcr das offene, axiale und selektive Kodieren zu verwenden.<\/p>\r\n\t<div class=\"large-11 aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter grey-border\" src=\"https:\/\/www.maxqda.com\/de\/wp\/wp-content\/uploads\/sites\/1\/Axiales-Kodieren-12-scaled.png\" alt=\"QTT: Arbeitsblatt f\u00fcr axiales Kodieren\" data-headline=\"QTT: Arbeitsblatt f\u00fcr axiales Kodieren\" \/><\/div>\r\n<\/div>\r\n\r\n<div id=\"write\"  class=\"research-guide-content\">\r\n<h2>6. Den Bericht schreiben (mit einem kurzen Beispiel)<\/h2>\r\n\t<p>Beim Verfassen des Berichts empfiehlt es sich, zun\u00e4chst das im Rahmen des selektiven Kodierens erstellte Modell vorzustellen und die Kategorien sowie deren Eigenschaften zu beschreiben. Hierf\u00fcr eignet sich auch ein Screenshot aus MAXMaps (siehe Abbildung <i>\u201eMAXMaps: Kodierparadigma mit Kategorien\u201c<\/i>).<\/p>\r\n\t<p>Anschlie\u00dfend k\u00f6nnen Sie typische Pfade durch das Modell, d.h. typische Kombinationen von Kategorien, Eigenschaften bzw. Dimensionen, pr\u00e4sentieren. Beispielsweise k\u00f6nnten Sie aufzeigen, dass unterschiedliche Kombinationen von Bedingungen und Strategien zu verschiedenen Konsequenzen f\u00fchren.<\/p>\r\n\t<p>Stellen Sie sich vor, wir f\u00fchren ein Projekt mit folgender zentraler Forschungsfrage durch: <b>Wie beeinflussen politische Ma\u00dfnahmen den Umgang von Unternehmen mit Klimawandelrisiken?<\/b> Unsere Analyse zeigt, dass das Kernph\u00e4nomen unserer Grounded Theory der Grad des Bewusstseins f\u00fcr den Klimawandel ist, der von hoch bis niedrig variieren und sich im Laufe der Zeit ver\u00e4ndern kann. Wir identifizieren und beschreiben au\u00dferdem zwei typische Pfade durch unser Modell.<\/p>\r\n\t<p><b>Pfad 1<\/b>: In Regionen, in denen die Politik durch Kampagnen und Workshops das Bewusstsein f\u00fcr die Risiken des Klimawandels gesch\u00e4rft hat (kausale Bedingungen), zeigen Unternehmen eher ein hohes Bewusstsein f\u00fcr Klimawandelrisiken (Ph\u00e4nomen) als in Regionen, in denen die Politik Steuererleichterungen gew\u00e4hrt hat. : In Regionen, in denen das Bewusstsein durch die Politik gesch\u00e4rft wurde, ist es folglich wahrscheinlicher, dass Unternehmen auch innerhalb ihrer eigenen Organisation das Bewusstsein f\u00fcr die Risiken des Klimawandels sch\u00e4rfen und einen Klimaschutzplan entwickeln (Strategien) und Klimaneutralit\u00e4t zu einem langfristigen Ziel erkl\u00e4ren (Konsequenz).<\/p>\r\n\t<p><b>Pfad 2<\/b>: Im Gegensatz dazu neigen Unternehmen in Regionen, in denen die Politik Steuererleichterungen im Austausch f\u00fcr die Umsetzung von Klimama\u00dfnahmen anbietet (kausale Bedingungen), dazu, ihren Mitarbeiter:innen keine Workshops zum Thema Klimawandel innerhalb ihres Unternehmens anzubieten (Strategie). Sie geben jedoch Geld f\u00fcr die Umsetzung einiger Klimama\u00dfnahmen aus (Strategie). Dies f\u00fchrt zu einem geringeren Bewusstsein f\u00fcr die Risiken des Klimawandels bei diesen Unternehmen (Ph\u00e4nomen) und folglich eher zu Greenwashing als zu Klimaneutralit\u00e4t als langfristigem Ziel (Konsequenz).<\/p>\r\n<\/div>\r\n\r\n<div id=\"pro\"  class=\"research-guide-content\">\r\n<h2>7. Erweiterte Techniken<\/h2>\r\n\t<h3>AI Assist f\u00fcr das axiale Kodieren nutzen<\/h3>\r\n\t<p>MAXQDA AI Assist kann als engagierter Forschungsassistent relevante Textpassagen sorgf\u00e4ltig identifizieren und spezifischen Codes zuweisen. Beim axialen Kodieren kann AI Assist Sie unterst\u00fctzen, indem es:<\/p>\r\n\t<ol>\r\n\t\t<li><b>kodierte Segmente analysiert<\/b>, um Muster innerhalb von Kategorien zu erkennen.<\/li>\r\n\t\t<li><b>Kategorieinhalte zusammenfasst<\/b>, um konzeptuelle Grenzen zu verdeutlichen.<\/li>\r\n\t\t<li><b>Beziehungen<\/b> zwischen verschiedenen Kategorien vorschl\u00e4gt.<\/li>\r\n\t\t<li><b>L\u00fccken<\/b> in Ihrem analytischen Rahmen identifiziert.<\/li>\r\n\t<\/ol>\r\n\t<h3>Code-Relations-Browser<\/h3>\r\n\t<p>Nutzen Sie den Code-Relations-Browser von MAXQDA, um:<\/p>\r\n\t<ol>\r\n\t\t<li><b>gemeinsam auftretende Codes zu identifizieren<\/b>, die zur selben Kategorie geh\u00f6ren k\u00f6nnten.<\/li>\r\n\t\t<li><b>unerwartete Beziehungen<\/b> zwischen Kategorien zu entdecken.<\/li>\r\n\t\t<li>die <b>St\u00e4rke von Beziehungen<\/b> durch die H\u00e4ufigkeit des gemeinsamen Auftretens zu erkennen.<\/li>\r\n\t\t<li><b>Codelandkarten zu erstellen<\/b>, die Code-Beziehungen visualisieren.<\/li>\r\n\t<\/ol>\r\n\t<h3>Integration mit anderen MAXQDA-Tools<\/h3>\r\n\t<ol>\r\n\t\t<li><b>Code-Matrix-Browser<\/b>: Vergleichen Sie, wie sich Kategorien in verschiedenen Dokumenten oder F\u00e4llen manifestieren.<\/li>\r\n\t\t<li><b>Summary-Grid<\/b>: Erstellen Sie systematische Vergleiche von Kategorieninhalten.<\/li>\r\n\t<\/ol>\r\n<\/div>\r\n\r\n<div id=\"references\"  class=\"research-guide-content\">\r\n<h2>8. Literatur<\/h2>\r\n\t<p>Charmaz, K. (2006). <i>Constructing grounded theory<\/i>. SAGE.<\/p>\r\n\t<p>Charmaz, K. (2014). <i>Constructing grounded theory<\/i> (2. Aufl.). SAGE.<\/p>\r\n\t<p>Clarke, A. E. (2005). <i>Situational analysis: Grounded theory after the postmodern turn<\/i>. SAGE.<\/p>\r\n\t<p>Corbin, J. M., &amp; Strauss, A. L. (2015). <i>Basics of qualitative research: Techniques and procedures for developing grounded theory<\/i> (4. Aufl.). SAGE.<\/p>\r\n\t<p>Glaser, B. G. (1998). <i>Doing grounded theory: Issues and discussions<\/i>. Sociology Press.<\/p>\r\n\t<p>Glaser, B. G. (1992). <i>Basics of grounded theory analysis<\/i>. Sociology Press.<\/p>\r\n\t<p>Glaser, B. G. (1978). <i>Theoretical sensitivity: Advances in the methodology of grounded theory<\/i>. Sociology Press.<\/p>\r\n\t<p>Strauss, A. L. (1987). <i>Qualitative data analysis for social scientists<\/i>. Cambridge University Press.<\/p>\r\n\t<p>Strauss, A. L., &amp; Corbin, J. M. (1990). <i>Basics of qualitative research: Grounded theory procedures and techniques<\/i>. SAGE.<\/p>\r\n\t<p>Strauss, A. L., &amp; Corbin, J. M. (1998). <i>Basics of qualitative research: Techniques and procedures for developing grounded theory<\/i> (2. Aufl.). SAGE.<\/p>\r\n<\/div>\r\n\r\n<div id=\"author\"  class=\"research-guide-content\">\r\n<h2>\u00dcber die Autorin<\/h2>\r\n\t<div class=\"row\">\r\n\t<div class=\"large-3 alignleft\"><img decoding=\"async\" style=\"max-width: 180px;\" src=\"https:\/\/www.maxqda.com\/de\/wp\/wp-content\/uploads\/sites\/1\/SusanneNeu-150x150.jpg\" \/><\/div>\r\n\t<div class=\"large-8 alignright\">\r\n\t<p><b>Dr. Susanne Sackl-Sharif<\/b> ist Soziologin und Musikwissenschaftlerin und lebt in \u00d6sterreich. Sie arbeitet seit 2009 mit MAXQDA und hat damit zahlreiche qualitative und Mixed-Methods-Projekte durchgef\u00fchrt. Seit 2014 ist sie auch im akademischen Coaching t\u00e4tig und unterst\u00fctzt Studierende und Forschende bei ihren MAXQDA-Projekten. Weitere Informationen finden Sie unter www.sackl-sharif.net.<\/p>\r\n\t<\/div>\r\n\t<\/div>\r\n<\/div>","protected":false},"author":45,"featured_media":130747,"template":"","rg-themes":[],"rg-methodologies":[],"rg-tools":[],"class_list":["post-130746","research-guides","type-research-guides","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.1 (Yoast SEO v27.1.1) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>Axiales Kodieren (2025): Eine Schritt-f\u00fcr-Schritt Anleitung<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Erfahren Sie alles \u00fcber axiale Kodierung, einschlie\u00dflich der methodischen Grundlagen, praktischen Anwendung und mehr.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.maxqda.com\/de\/research-guides\/axiales-kodieren\" \/>\n<meta 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